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Demenztag 2010 - Das ABC der Lebensfreude!

Die Lebensqualität von dementiell veränderten Menschen optimieren!


In Kooperation mit dem Salzburger Bildungswerk und der Laube fand im Rahmen des Fortbildungsprogramms des ÖBV für Gedächtnistraining eine Auftaktveranstaltung zum Demenzprojekt Salzburg (ehemals Tennengau) statt. Die Anliegen des Demenzprojekts sind die Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber Demenzerkrankungen, Aufklärung und Enttabuisierung, aber auch Fortbildungsangebote und Schulungen für Angehörige.Der Demenztag 2010 stand auch wie die zwei vorangegangenen unter einem Motto; dieses Mal wurden Angebote verglichen bzw. präsentiert, die im Rahmen der psychosozialen Betreuung die Lebensqualität nicht nur der (durch Demenz veränderten) Bewohner eines Seniorenheims bzw. Gäste einer Tagesbetreuung optimieren. Dabei ging es nicht um Tätigkeiten, mit denen man sich die Zeit vertreibt, sondern um eine vielfältige, fächerartige Form der Alltagsgestaltung, die ein Stück weit die Normalität des Bewohners und seine Ressourcen unterstützen sollte.

Mitarbeiter aus sieben verschiedenen Heimen in Salzburg, Angehörige und Interessierte besuchten die Veranstaltung im Sitzungssaal des Mehrzweckhauses der Gemeinde.

Der Tag begann mit  einem Impulsvortrag und anschließender Diskussion über die Notwendigkeit psychosozialer Betreuung in Seniorenheimen, um vor allem die schwierige Anfangsphase nach dem Einzug für die Bewohner zu erleichtern. Danach machte Frau Irene Gabriel, Validationslehrerin und psychosoziale Betreuuerin, mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen einen bebilderten Streifzug durch das Aktivierungs- und Betreuungsangebot des Hauses der Senioren in Kuchl. Regelmäßig findet z.B. in den Aufenthaltsräumen der beiden Stationen ein besonderes Frühstück  („Aktivfrühstück“) statt;  eine handgestickte Tischdecke, hübsches Porzellangeschirr, Gebäck zum selber Aussuchen und frisch gebrühter Kaffee – ganz normal, wie im „echten Leben.“ Hauptsächlich dementiell veränderte Bewohner nehmen daran teil. Beobachtet werden konnten mehr selbstständige Aktionen, gesteigerter Appetit und eine größere Trinkmenge.

Ergotherapeutin Martina Hunyadi aus Baden führte nicht nur in die Grundlagen der Basalen Stimulation ein, sondern vermittelte ebenso die praktische Anwendung.  Am eigenen Leib konnten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die entspannende Wirkung der gezielten Berührungen genießen.

Mit einem Fest für die Sinne ging es weiter, die Natur, ein Garten vermitteln Normalität und wecken Ressourcen. Ergotherapeutin Maria Putz, die über jahrelange Erfahrung in der therapeutischen Anwendung von Natur und Pflanzen verfügt, teilte mit uns wohlduftende Kräuter, erzählte über die Verwendung der Gartenprodukte und die zahlreichen Möglichkeiten der Heimbewohner sich in der Gestaltung einzubringen. Umfangreiches Demonstrationsmaterial lud zum Riechen und Kosten ein.

Über den Einsatz und die Ausbildung von Therapiehunden und deren erstaunliche Wirkung auf dementiell Veränderte berichtete Frau Mag. Frauke Hitsch, die sich in Salzburg um die Ausbildung  der Therapiehunde kümmert. Nicht nur Hunde haben die besondere Fähigkeit mit dementiell veränderten Menschen Kontakt aufzunehmen, auch andere Tiere eigenen sich für die tiergestützte Therapie, wie Frau  Irene Gabriel  zu erzählen wusste: Auf dem Weiberhof in der Steiermark werden auch andere Tiere, wie z.B. Ziegen und Lamas als Therapietiere gehalten.

Ziele des Tiereinsatzes in der Geriatrie können sein:
  • Verbesserung der Gedächtnisleistungen: alle Tierarten(Tiernamen merken, wer frisst was?, Erinnerungen an eigene Tiererlebnisse)
  • Verminderung von Sprachlosigkeit/Sprachproblemen:alle Tiere (mit den Tieren reden = starker Anreiz )
  • Verbesserung von Fein- bzw. Grobmotorik: Ziegen (wenn gut sozialisiert, besonders menschenbezogen; werden gerne berührt, gestriegelt, gebürstet, gestreichelt)
  • Mobilitätserhöhung: Lamas (gemächliche Wander- und Spazierbegleitung), Ziegen (können beim Spaziergang frei mitlaufen, daher können die Menschen gut in ihrem Tempo gehen)

(Mehr Informationen auf der Homepage des Weiberhofes: www.weiberhof.at; Ansprechpartner: Nina Riess u. Erika Hütter +43 (0)660 1 222 396 oder +43 (0)660 810 55 66)