Zusammenfassung
Validation ist eine von Naomi Feil entwickelte Kommunikationsmethode, mit sehr alten desorientierten Menschen. Sie fand heraus, dass die Desorientierung auf der einen Seite auf altersbedingte Veränderung im Gehirn, auf der anderen Seite aber auch durch körperliche, psychische und soziale Verluste beruht.
Wenn alte Menschen zu viele Schicksalsschläge erleiden (Schwinden des Seh- und Hörvermögens, körperliche Einschränkungen, Verlust des Zuhauses, Tod von Angehörigen, etc.) sehen sie oft in der, für sie so schmerzlichen Gegenwart, keinen Sinn mehr und machen sich auf den Weg und kehren zurück in eine Zeit, wo sie noch eine Aufgabe hatten, nützlich waren, geliebt wurden. Und sie kehren auch in die Vergangenheit zurück, um unaufgearbeitete Konflikte und Probleme zu lösen. Sehr oft bekommen diese Menschen dann den „Stempel“ dement aufgedrückt. Sie werden als verrückt tituliert.
In der Validation bezeichnen wir diese Verhaltensweise als zutiefst intelligent. Wir begleiten und unterstützen sie auf dieser Reise in die Vergangenheit. Wir lassen es zu und ermutigen sie, aufgestaute Gefühle endlich auszuleben und unausgetragene Konflikte zu bereinigen. Wir „steigen in ihre Schuhe und sehen mit ihren Augen“ und holen sie dort ab, wo sie sich gerade befinden. Zeiten, Orte und Personen verschwimmen für sie und wir erklären ihre Wirklichkeit trotz allem für gültig. So können sie sich von Problemen und ungelösten Aufgaben befreien und ihre letzte Reise antreten, sich darauf vorbereiten in Frieden zu sterben.
Die Prinzipien der Validation beruhen vor allem auf den Grundlagen der humanistischen Psychologie. Validation basiert auf einer empathischen Grundhaltung und auf dem respektvollen Umgang mit alten, desorientierten Menschen und sie sieht in jedem Menschen eine einzigartige und individuelle Persönlichkeit, die auch einer individuellen Behandlung bedarf.
Validation ist eine weltweite anerkannte Kommunikationsmethode und wird in der Altenarbeit als unabdingbar gesehen. Durch unser Verhalten und unser Mitgehen in die Vergangenheit, fühlen sich diese Menschen wahrgenommen und verstanden und ihr auffälliges Verhalten – wie z.B. Aggressivität, Trauer, Wut oder Schmerz reduziert sich. Dadurch wird sowohl ihr Alltag, als auch der der Menschen, die mit ihnen leben und sie betreuen, konfliktärmer.